Die deutschen Gasspeicher sind mit einem Füllstand von knapp über 20 Prozent deutlich leerer als in den Vorjahren. Das gilt insbesondere für den einzigen in Rheinland-Pfalz in Frankenthal, der auf einem historischen Tiefstand noch wesentlich darunter liegt. Auch wenn die Gasversorgung in diesem Winter gesichert ist, warnt der Gasspeicher-Verband „Ines“, dass die Befüllung der Speicher nun aufgrund der derzeitigen Entwicklungen zu einer großen Herausforderung werde. Die Weltlage habe demnach zu erheblichen Preissteigerungen auf den globalen LNG-Märkten geführt, was angesichts der defizitären Ausgangsfüllstände in Deutschland zu großen Problemen hinsichtlich der anstehenden Vorbereitung für den nächsten Winter führen könnte.

Der energiepolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Ralf Schönborn problematisiert: „Das Krisenmanagement in der Gasversorgung durch Bundeswirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur ist katastrophal. Eine rechtzeitige und langfristig ausreichende Vorsorge wurde versäumt, auch aus politischen Gründen. Statt sich um günstiges russisches Pipeline-Gas zu bemühen, macht sich Deutschland durch eine gewollte Verknappung des Angebots einseitig abhängig. Die Folge sind deutlich höhere Kosten und massive Preisschwankungen.“

Schönborn weiter: „Die intransparente Strategie der Beschwichtigung und des Aussitzens der Lage mag für diesen Winter nicht in die Katastrophe für unsere Unternehmen geführt haben. Dennoch beobachten wir, dass die politisch Verantwortlichen ihren Machterhalt über Sicherheit und Wohlstand von Industrie und Bürgern stellen. Drosselungen für unsere energieintensiven Betriebe in Rheinland-Pfalz drohen bei Dunkelflauten und halbvollen Gasspeichern spätestens zum Jahresende erneut, wenn wir keine verlässliche Vorsorge betreiben. Es braucht jetzt endlich ein energiepolitisches Umdenken!“

Schönborn verdeutlicht abschließend: „Angesichts der Versorgungssituation sind die Bürger zu Recht verunsichert. Es ist seitens der Bundesregierung unverantwortlich, lediglich auf günstige Wetterbedingungen zu hoffen, anstatt rational und verlässlich zu kalkulieren. Gleichzeitig müssen wir unsere Kernkraftwerke reaktivieren und neue bauen, um Gas nicht in hohem Maße für Verstromung zweckzuentfremden. Dies würde die Vorbereitung für den nächsten Winter erheblich erleichtern.“