Die AfD-Fraktion hat im rheinland-pfälzischen Landtag einen umfassenden Antrag zur Neuausrichtung des Jagdrechts eingebracht (Drs.: 19/656). Sie fordert darin, die umstrittene Novellierung des Landesjagdgesetzes zurückzunehmen, das bewährte bisherige Landesjagdgesetz wieder zur Grundlage zu machen und dieses gezielt fortzuentwickeln. Schwerpunkte sind darüber hinaus die Abschaffung rotwildfreier Gebiete, ein verbessertes Rotwildmanagement, die Aufnahme weiterer Wildarten in das Jagdrecht sowie die Wiederherstellung des Jagdschutzes. Die von der neuen Landesregierung angekündigten Korrekturen am Jagdgesetz gehen der AfD-Fraktion nicht weit genug.
Dazu erklärt der jagdpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz, Bernhard Cürten: „Die CDU ist mit lautem Hornsignal zur Rücknahme der Jagdgesetznovelle aufgebrochen – und hat nach der Landtagswahl die Fährte verloren. Wo Umweltministerin Schneider sachgerecht korrigiert, etwa bei der angekündigten Beibehaltung der Müller-Ente, findet sie unsere Zustimmung. Aber wer den erheblichen Änderungsbedarf erkannt hat, darf sich nicht mit Flickschusterei begnügen. Demgegenüber will die AfD-Fraktion das bestehende Landesjagdgesetz wieder als Ausgangspunkt nutzen und dort gezielt weiterentwickeln, wo tatsächlich Handlungsbedarf besteht.“
Cürten weiter: „Unser Gegenmodell ist klar: Jäger dürfen nicht zu Erfüllungsgehilfen staatlicher Forstpolitik degradiert werden. Waidgerechtigkeit, Hege und Eigenverantwortung müssen wieder die tragenden Grundsätze unseres Jagdrechts sein. Deshalb wollen wir unter anderem die rotwildfreien Gebiete abschaffen, Wanderkorridore gewährleisten und den Jagdschutz wiederherstellen. Beim Wolf brauchen wir eine angemessene Jagdzeit und ein aktives Bestandsmanagement, statt Nutztierrisse immer nur zu verwalten. Unser Leitbild lautet: Wald mit Wild statt Wald vor Wild.“
Abschließend verdeutlicht Cürten: „Wir fordern ein Jagdrecht, das den Jägern wieder Vertrauen entgegenbringt, ihre praktische Sachkunde ernst nimmt und ihnen die notwendigen Handlungsspielräume für ihre verantwortungsvolle Arbeit gibt. Unser Ziel ist eine Jagdpolitik, die gesunde Wildbestände und intakte Lebensräume miteinander verbindet und gemeinsam mit den Jägern statt über ihre Köpfe hinweg gestaltet wird. Wer zu diesem Kurswechsel bereit ist, findet in uns einen Partner.“
