Eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Ralf Schönborn (AfD-Fraktion) (Drucksache 18/13923) rückt die Entwicklung invasiver Tier- und Pflanzenarten in Rheinland-Pfalz, die Bekämpfungsmaßnahmen sowie die entsprechenden Kosten auf die Agenda. Die kürzlich veröffentlichte Antwort des Umweltministeriums (Drs. 18/14303) zeichnet ein eindeutiges Bild, dass insbesondere bei den Tierarten Waschbär und Nilgans eine verschärfte Bejagung durchzuführen ist. Auch bei den krautigen Pflanzen wie dem Riesenbärenklau und dem Japanischen Staudenknöterich sind vertiefende Eindämmungsmaßnahmen notwendig.

Die zentralen Ergebnisse in der Zusammenfassung:

Die Gesamtkosten für das Land Rheinland-Pfalz zur direkten Bekämpfung invasiver Arten im Zeitraum 2021-2025 betragen 1.504.431 Euro. Insbesondere die Kosten für den Ochsenfrosch sind sehr hoch. Sie machen mit fast 885.000 Euro in dem genannten Zeitraum mehr als die Hälfte der Gesamtkosten aus.

Bei der Asiatischen Hornisse ist eine dramatische Zunahme der Anzahl der Nester bis Juli 2025 zu verzeichnen (2024: 704). Danach wurde das flächendeckende Monitoring eingestellt, da die Art fortan als etabliert gilt. Eine vollständige Beseitigung der Nester wäre mit zu hohen Kosten verbunden gewesen, so das Umweltministerium.

Beim Waschbären ist ein Anstieg der Bestandsentwicklung zu verzeichnen. Die Jagdzahlen schossen in den letzten beiden Jagdsaisons in die Höhe: Zuvor waren es knapp 2.000 Entnahmen pro Jahr, 2023/24 dann rund 3.300 und 2024/25 schon etwa 4200. Dennoch konstatiert das Umweltministerium, dass die bisherige Jagdpraxis die Ausbreitung zum jetzigen Stand nicht aufhalten könne. Daher werde lokal eine Förderung des Prädatorenmanagements durch die Naturschutzverwaltung ausgeweitet.

Die Nilgans zeigt ebenfalls eine leicht steigende Tendenz, sie wurde in den vergangenen fünf Jagdsaisons relativ konstant entnommen (ca. 2100-2750 Entnahmen pro Jahr). Dennoch muss auch hier festgehalten werden, dass eine Ausbreitung bislang nicht aufgehalten werden konnte, weswegen eine Schonzeitverkürzung geplant ist.

Beim Ochsenfrosch kann eine gleichbleibende Bestandsentwicklung verzeichnet werden. Die Bekämpfung habe eine weitere Ausbreitung der Art bisher unterbunden, ein Rückgang konnte aber noch nicht in gewünschtem Maß erfolgen, teilte die Landesregierung mit. Die Entnahmen in den vergangenen beiden Jahren sind im Hinblick auf die Vorjahre förmlich explodiert: 716 (2022), 4.700 (2023), rd. 24.200 (2024), ca. 23.600 (2025).

Gleichzeitig bringen die krautigen Pflanzen im Allgemeinen die Problematik mit sich, dass sie an Gewässern „verschleppt“ werden – etwa durch Wind. Außerdem stellen die große Ausbreitungsfähigkeit und die fehlenden natürlichen Feinde Hindernisse dar. Bei Riesenbärenklau und Drüsigem Springkraut zeigen die Bekämpfungsmaßnahmen nach Einschätzung des Umweltministeriums den gewünschten Erfolg einer Begrenzung der weiteren Ausbreitung. Es gelinge, Initialbestände zu beseitigen und größere Bestände zu kontrollieren.

Beim Japanischen Staudenknöterich ist hingegen zu resultieren, dass eine weitere Ausbreitung aktuell nicht aufgehalten werden könne.

Zu den gewonnenen Erkenntnissen teilt Ralf Schönborn, Sprecher der AfD-Fraktion für die Bereiche Umwelt und Forsten, Landwirtschaft und Weinbau sowie Tierschutz mit: „Es ist nicht hinnehmbar, dass gebietsfremde Invasoren in immer größerer Anzahl in heimische Ökosysteme Zu den gewonnenen Erkenntnissen teilt Ralf Schönborn, Sprecher der AfD-Fraktion für die Bereiche Umwelt und Forsten, Landwirtschaft und Weinbau sowie Tierschutz mit:

„Es ist nicht hinnehmbar, dass gebietsfremde Invasoren in immer größerer Anzahl in heimische Ökosysteme vordringen und das ökologische Gleichgewicht stören. Während der Waschbär als anpassungsfähiger Allesfresser Bodenbrüter, Amphibien und Reptilien frisst und in ihrem Bestand gefährdet, verdrängt die Nilgans durch ihre aggressive Art heimische Wasservogelarten von Brut- und Nahrungsplätzen.“

Schönborn fordert: „Es braucht ein konsequenteres Management, das auch effektive jagdliche Maßnahmen einschließt. Deswegen setzen wir als AfD-Fraktion uns auf allen Ebenen neben der Verkürzung von Schonzeiten dafür ein, eine invasive Eigenschaft als Entnahmegrund gesetzlich zu verankern. Zuvor müssen Prävention und Früherkennung eine noch wichtigere Rolle spielen. Bei den invasiven Pflanzenarten benötigen wir ein gemeinschaftliches Handeln aller beteiligten Akteure, um schon kleinere Bestände konsequent beseitigen und Ausbreitungswege eindämmen zu können. “

Schönborn abschließend: „Eine wichtige, ergänzende Maßnahme ist ferner der Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit, damit unsere Bürger zwischen invasiven und heimischen Arten unterscheiden, sich an den Meldungen beteiligen können sowie über etwaige Gesundheitsgefahren Bescheid wissen. Nur durch ein enges Zusammenspiel aus Prävention, Monitoring und Management haben wir die Chance, langfristige Kosten für Umwelt und Bürger zu begrenzen.“