Eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Joachim Paul (Drs. 19/455) zum Landesergebnis VERA 3 für das Jahr 2026 förderte einen erschreckenden Leistungsabsturz in den rheinland-pfälzischen Grundschulen zu Tage. Während 2017 23,4 Prozent der Schüler die Mindestanforderungen beim Lesen verfehlten, waren es 2026 37,3 Prozent. Die höchste Kompetenzstufe erreichten 2017 beim Lesen 19,1 Prozent, 2026 waren es 6,7 Prozent. Die Vergleichszahlen von 2017 sind der Vorlage 17/3005 zu entnehmen.

Dazu Joachim Paul, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz:
„Jeder neue Bildungstest offenbart einen neuen Tiefpunkt. Immer mehr Schüler haben beim Lesen erhebliche Probleme, immer weniger Schüler erreichen die höchste Kompetenzstufe. Prof. Klaus Zierer, Erziehungswissenschaftler und Inhaber des Lehrstuhls für Schulpädagogik an der Uni Augsburg, sprach in einem Welt-Interview vom 3. August 2026 ausdrücklich von einem Bildungsnotstand in Deutschland.“

Joachim Paul betont:
„Der Bildungsnotstand betrifft in Rheinland-Pfalz längst sämtliche Schularten. Die AfD-Fraktion wird deshalb in der kommenden Plenarwoche einen Bildungsantrag einbringen, in dem wir ein Notprogramm für eine Bildungswende fordern. Oberste Priorität muss die Stärkung des Leistungsgedankens haben.“

Hinweis zu VERA 3:
Die Landesregierung teilt in ihrer Antwort mit:
„Die den Vergleichsarbeiten VERA 3 zugrunde liegenden Kompetenzstufenmodelle des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) beziehen sich auf die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz für das Ende der 4. Jahrgangsstufe. VERA 3 wird jedoch bereits im Verlauf der 3. Jahrgangsstufe durchgeführt, wenn erst 2/3 der Grundschulzeit absolviert ist.“ (Drs. 19/455)

Aber: Das war auch 2017 so. Ein deutlicher Leistungsabfall ist daher offenkundig.